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Sun, 24 Aug 2008: IR Fotografie, zweiter Versuch
[Nerd, German]
Nach fünf Jahren habe ich den alten IR-Filter wieder ausgegraben.
Für die Canon-Objektive war er zu klein, aber auf eins der "neuen" M42 Objektive passt er.
Obwohl das Objektiv sogar eine IR-Markierung hat, hab ich natürlich nicht
mehr daran gedacht, dass die große Wellenlänge die Fokusierung beeinflusst.
Deswegen gibt es die beiden Bilder nur in dieser kleinen Auflösung.
Ironischerweise wäre dieses Problem mit einer Autofokus-Optik aus genau dem Grund nicht
aufgetreten, aus dem die automatische Belichtungsmessung völlig daneben liegt: Außer dem
APS verfügt kein Sensor bei Canon über einen IR-Cut-Filter.
Deswegen glaubt die Kamera, mit 1/125s bei ISO 200 auszukommen, wenn eigentlich
2s nötig sind, um ausreichend Photonen durch den Cut-Filter zu zwängen.
Entgegen oder quer zur Sonneneinstrahlung fotografiert, wird der Effekt hell leuchtenden Grüns schwächer,
was seine Verwendung noch komplizierter macht als bei einem Pol-Filter - es sei
denn man hat den ganzen Tag Zeit und kann auf die Sonne warten.
Sun, 17 Aug 2008: Noch mehr Unschärfe
[Nerd, German]
Ganz vergessen: Seit ein paar Tagen gibt es Bilder vom Drachenbootrennen (1.-3. August)
auf meinen Fotoseiten.
Auch wenn die Bewegungsunschärfe etwas übertrieben wirken mag,
war das der einzige Weg, den Volksfestcharakter durch sportliche Dynamik
zu ersetzen. Die unscharfen Bilder sind in der Gegend von 1/10s belichtet.
Mit Monopod war die vertikale Ausrichtung ein Kinderspiel. Die im Rudertakt
schwankende Geschwindigkeit, sowie die sich gegeneinander verschiebenden
Boote und die Bewegung der Ruderer im Boot machten es möglich,
horizontal sehr selektiv Schärfe zu vergeben und EInzelheiten zu betonen. Alle Bilder vom Rennen
Tue, 29 Jul 2008: Zwilling der Unendlichkeit (Charles Seife)
[Book, German]
Etliche Hundert Jahre hat es gedauert, bis die
Null als Zahl akzeptiert wurde. Das wirft unweigerlich
die Frage auf, welche grundlegenden Dinge wir in unserem Zeitalter
nicht sehen.
Wie es sich für ein Buch dieses Schlages gehört,
ist es gespickt mit wenig bekannten Details aus dem Leben bedeutender
Persönlichkeiten, wie zB. Blaise Pascal.
Der ist in seiner zweiten Lebenshälfte streng religiös geworden,
und hat eine - heute primär bei Comedians beliebte - Argumentation pro Glauben entworfen:
Egal, wie gering die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes ist,
der unendliche Gewinn durch das ewige Paradies sorgt in jedem
Fall dafür, das Religiosität spieltheoretisch die bessere Wahl
gegenüber einem endlichen Leben ist.
Sat, 26 Jul 2008: Altglas
[Nerd, German]
Erstaunlich viel Glas aus DDR-Produktion ist immer noch im Umlauf.
Bevor das Angebot nachlässt, habe ich mir noch zwei Pentacon
Objektive gesichert. Beide ohne Zoom und Autofokus, dafür aber schön
hell und deswegen richtig flexibel, wenn es um Tiefenschärfe geht.
Eine angenehme Abwechslung zu den ganzen penetrant scharfen Bildern,
für die Automatik und kleine Öffnungen sonst sorgen.
Das Bild rechts ist mit Blende f/1,8 aufgenommen und verschwimmt bereits
1cm vor und hinter der Schärfeebene. Die Gegenstände im Hintergrund, nur
einen knappen Meter entfernt, sind garnicht mehr erkennbar.
Übrigens: Obwohl die Unschärfe Aufmerksamkeit vermeiden soll, ist sie als "Bokeh"
bei Fotografen Betrachtungsgegenstand geworden.
Wikipedia: Bokeh
Sun, 13 Jul 2008: Vorsicht: Verkrüppelte Polfilter
[Nerd, German]
Polfilter, genau genommen Polarisationsfilter, lassen Licht nur in einer
bestimmten Polarisationsrichtung durch und sind unter anderem ziemlich nützlich,
wenn es darum geht, Reflektionen auf Fotos zu vermeiden.
Es gibt sie von verschiedenen Herstellern zu recht unterschiedlichen Preisen,
und wenn man den einschlägigen Foren und einem oft erwähnten Test einer
Foto-Zeitschrift glaubt, dann liegen die Unterschiede primär in der optischen
Auflösung, sowie in der Vergütung des Glases.
Ich behaupte: Totaler Quatsch, weil die wichtigste Eigenschaft, nämlich die Fähigkeit, Licht mit
bestimmter Polarisierung zu filtern, nicht berücksichtigt wird. Diese Fähigkeit ist bei den
verschiedenen Filtern aber sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Der preiswerte Filter (Dörr), den ich mir kaufte, offenbarte seine wirkliche Schwäche
schon beim ersten Foto: Da wo vorher die Reflektion (oberes Bild) war, tauchte ein blauer
Fleck (mittleres Bild) auf, für den es keine offensichtliche Quelle gab. (Der Himmel war grau.)
Daraufhin testete ich den Filter mit bloßem Auge an meinem LCD-Monitor.
LCD-Monitore emittieren bekanntlich polarisiertes Licht. D.h. durch geeignete Drehung
des Filters müsste sich eine weiße Fläche auf einem LCD-Monitor komplett schwarz färben.
Mit dem Dörr-Filter zeigte sich lediglich ein kräftiges Blau.
Enttäuscht brachte ich das Teil zum Händler zurück und der - selbst baff -
hatte nichts dagegen, dass ich sein Filter-Sortiment mal an einem seiner LCD-Schirme
durchtestete. Hier die Ergebnisse:
- Dörr: kräftiges Blau
- Dörr Digital: dunkles Blau
- Dörr Digital High Grade: sehr dunkles Blau, aber noch problemlos zu sehen
- B&W: sehr dunkles Blau, aber noch problemlos zu sehen
- Rodenstock: Schwarz
Weiteres Suchen nach ähnlichen Erfahrungsberichten brachte nichts.
Lediglich der Wikipedia-Eintrag zu Polfiltern enthält - ohne weitere Erklärungen - folgenden Satz:
"Viele gängige Filter weisen im Blaubereich keine große Sperrwirkung mehr auf."
Dass Blau die Problemfarbe bei Polfiltern ist, ist eigentlich nachvollziehbar,
schließlich hat Blau die kürzeste Wellenlänge und mogelt sich daher wohl am ehesten quer zum Filter durch.
Was man mit einem blaustichigen Polfilter anfangen soll, ist mir allerdings ein Rätsel.
(Es sei denn, man begnügt sich damit, den Himmel zu fotografieren.)
Das untere Bild zeigt meinen neuen Polfilter (Rodenstock) beim LCD-Test.
Beide Bildhälften wurden mit Polfilter vor der Linse und manueller Belichtung mit den gleichen
Einstellungen aufgenommen. (0,8s; f/5,6; ISO 400) Im gesperrten Zustand ist mit bloßem Auge
nichts mehr zu erkennen.
Wikipedia: Polfilter
Mon, 16 Jun 2008: Die Zukunft gehört Europa
[Miscellaneous, German]
Europa. Früher war das einfach nur der Name unseres Kontinents. Inzwischen ist damit aber immer öfter ein
ferner Ort gemeint, der fortlaufend Richtlinien produziert, von denen deutsche Politiker gern
behaupten, sie wären dafür nicht verantwortlich, müssten sie aber trotzdem umsetzen.
Ja, man könnte sogar unterstellen, Europa ist eine Erfindung der Politik, um die Verantwortung für
unpopuläre Gesetze abschieben und demokratische Abstimmungsprozesse aushebeln zu können.
Da verwundern auch die Entsetzenschreie nicht, nachdem es ein kleines Land gewagt hat, die Bevölkerung
über die umbenannte europäische Verfassung abstimmen zu lassen. Dabei musste man doch aus der ersten Runde
der Verfassungsabstimmung wissen, dass den Bürgern solch wichtige Entscheidungen
nicht zuzutrauen sind - besonders dann nicht, wenn sowieso nur ein Ergebnis erlaubt ist.
Europa und Basisdemokratie, das verträgt sich eben nicht.
Aber es gab nicht nur Entsetzen: Der ein oder andere Funktionär äußerte sich in der Presse
durchaus zuversichtlich, die irischen Gesetze, die die Volksabstimmung notwendig machten,
beim nächsten Anlauf irgendwie umgehen zu können.
Demokratie war gestern. Die Zukunft gehört Europa.
Fri, 23 May 2008: Frohe Botschaften (Dirk Maxeiner, Michael Miersch)
[Book, German]
Kurzzusammenfassung: Die Welt geht nicht unter.
Hübsche Anekdote zur Bevormundung der dritten Welt:
..., kam rasch die Rede auf die von Ökoaktivisten vielfach gelobten Solarkocher.
Wir haben bei unseren Reisen ein solches Gerät noch nie in einem richtigen Dorf gesehen,...
Wie kommt das eigentlich? [...]
Erstens: In vielen heißen Ländern bereiten die Menschen ihre Mahlzeiten vor Sonnenaufgang
oder nach Sonnenuntergang zu...
Sun, 18 May 2008: Armut nicht mit Armut verwechseln
[Miscellaneous, German]
Ein Lottogewinn von 5 Millionen Euro lässt 2 Haushalte in Deutschland verarmen.
Wie geht das? Eigentlich ganz einfach: Alles was man dazu braucht, ist eine schlechte Armutsdefinition,
wie sie auch im Armutsbericht der Bundesregierung verwendet wird. Nach dieser
Definition ist jeder arm, der weniger als 60% des Durchschnittseinkommens erhält.
Steigt das Durchschnittseinkommen, werden plötzlich Menschen als "arm" eingestuft,
deren reale Lebenssituation sich überhaupt nicht verschlechtert hat.
Die folgende Überlegung ist stark vereinfacht, der Effekt tritt aber auch bei genauer Rechnung auf:
Die Armutsgrenze liegt zur Zeit bei 781 Euro im Monat. Es gibt in Deutschland 4,5 Millionen Haushalte mit
einem Durchschnittseinkommen zwischen 500 und 900 Euro.
Verschiebt sich die Armutsgrenze um einen Euro, verarmen in diesem Einkommensbereich
im Schnitt 12000 Haushalte - zumindest auf dem Papier.
Ein Lottogewinn von 5 Millionen Euro bringt bei 5% Zinsen und 50% Besteuerung derselben immerhin
ein Zusatzeinkommen von 10000 Euro monatlich. Dadurch steigt das Durchschnittseinkommen
aller deutschen Haushalte zwar nur um 0,03ct (und die Armutsgrenze um 0,02ct), aber das genügt bereits,
um im Mittel 2 Haushalte unter die Armutsgrenze zu drücken.
(Oder genau genommen die Armutsgrenze über 2 Haushalte zu heben.)
Thu, 8 May 2008: Die Unerzogenen
[Movies, German]
Ein Mädchen versucht aus dem asozialen Leben seiner Eltern und deren Freunden auszubrechen.
Die Existenz der Eltern ist geprägt durch Faulenzen, Drogen, krumme Geschäfte und einer berechtigten Angst vor der Polizei.
Echte Trailer-Trash Drögheit, wie man sie aus amerikanischen oder osteuropäischen Filmen kennt,
kann der Film leider nur begrenzt vermitteln. Da hilft es auch nichts, dass einer der Freunde der Familie nicht
müde wird, immer wieder zu sagen, wie sehr er sich langweilt.
Die Integrationsschwierigkeiten des Mädchens sind aber recht hübsch dargestellt. 3 out of 5
Sun, 4 May 2008: Laufband
[Miscellaneous, German]
Nach einer längeren Laufpause und ein paar Wochen im Studio, um mich wieder einzugewöhnen, ging es dieses Wochenende bei perfektem Wetter vor die Tür. Die Freiheit und Ruhe genießend, dachte ich noch etwas über die
Banderfahrungen nach. Neben den ganzen "normalen" Läufern, die man gleich wieder vergisst, gab es auch
ein paar auffällige Typen:
Der Hamsterrad-Champion
Läßt die Motoren auf höchster Stufe fauchen, damit jeder merkt: hier ist ein Spitzensportler am Gerät.
Davon, mal 1-2 Grad Steigung einzustellen, um wenigstens den fehlenden Luftwiderstand auszugleichen,
hält der Champion nichts. Schließlich geht es nicht um Fitness, sondern um Höchstgeschwindigkeit.
Keiner kann so schnell auf der Stelle treten wie er.
Insgeheim hofft er darauf, dass man bei der nächsten Laufbandgeneration ein Gefälle einstellen kann,
denn nur so wird er sein sportliches Potential voll entfalten können.
Der Mehlsack
Läuft nicht, sondern fällt vornüber, weil sich das Band unter ihm wegbewegt. Glücklicherweise schafft
er es immer im letzten Moment, den Fall durch beherztes, alles erschütterndes Aufstampfen abzubremsen. Da unerbittlich ein Fall auf den anderen folgt, steht ihm während des ganzen Trainings Leiden und Panik ins Gesicht geschrieben.
Der Skifahrer
Verwechselt das Laufband mit einem Schlepplift und läßt sich mit eisernem Griff am Gerät übers Band ziehen.
Weil auf dem Band noch nicht mal Kunstschnee liegt, bleibt ihm nichts weiter übrig, als Schritte zu machen,
um nicht der Länge nach am Griff hängend zu enden.
Hätte er Rollschuhe an, sähe es sicher nur halb so albern aus.
Der Ängstliche
Sicherheit geht vor, und so hält er alle 5 Minuten das Band an, um abwechselnd seinen Puls zu kontrollieren
oder die hochdelikate Balance seines Flüssigkeitshaushaltes durch geeignete Getränke zu korrigieren.
Dergleichen im Lauf zu erledigen ist für ihn so tabu wie Handynutzung auf der Autobahn. Laufen ist kein Spaß, sondern gefährliches Unterfangen. Überhaupt läuft er nur deshalb, weil es gesund sein soll - wenn man vorsichtig ist.
Sun, 27 Apr 2008: WordPress Wettlauf der x-te
[Nerd]
Da ich immer wieder belächelt werde, weil ich lieber auf meine eigene Blog-Software setze,
anstatt WordPress zu verwenden, konnte ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen,
als heute auf heise.de mal wieder eine neue WordPress-Lücke gemeldet wurde.
Entgegen der Behauptung von Heise, Details zu der Sicherheitslücke seien noch
nicht veröffentlich worden, findet sich auf BugTraq bereits seit zwei Tagen eine genaue Beschreibung des Problems,
die jedem einigermaßen technisch versierten Nutzer erlaubt, in verwundbaren Blogs Admin-Rechte zu erlangen.
Oder in anderen Worten: The race is on.
Damit keiner behaupten kann, das wäre ein unglücklicher Einzelfall, hier noch eine
Statistik für WordPress + Plugins aus meinem BugTraq-Archiv:
| Jahr | Sicherheitslücken |
| 2008 (bis heute) | 15 |
| 2007 | 32 |
| 2006 | 13 |
| 2005 | 6 |
| 2004 | 6 |
Meldung bei heise.de
BugTraq: Wordpress 2.5 Cookie Integrity Protection Vulnerability (Englisch)
Sat, 12 Apr 2008: Stellvertreterwahlrecht
[Miscellaneous, German]
Nachdem Herzog richtig bemerkt hat, dass die Politik Gefahr läuft, die Rentner auf Kosten der Jungen
mit Wahlgeschenken zu überhäufen, liest man plötzlich überall vom Stellvertreterwahlrecht.
Kinder sollen Wahlstimmen bekommen, um den steigenden Einfluss der Rentner im Wahlsystem zu bremsen.
Damit die kleinen Racker aber nicht für einen Lolli das Kreuz bei der NPD machen, werden die Stimmen fürsorglichen Eltern übertragen.
Gute Idee? Nein, weil Herzogs Bemerkung - und damit auch alle daraus gezogenen Schlüsse - viel zu kurz greift.
Der Konflikt ist nicht zwischen jung und alt, sondern zwischen Steuerzahler und
Transferleistungsempfänger. Zu letzteren gehören eben nicht nur Rentner, sondern
auch die berühmten bildungsfernen Schichten. Und was machen die anstatt sich zu
bilden oder zu arbeiten? Richtig: Kinder.
Käme es also zum Stellvertreterwahlrecht, dann würden Menschen, die kaum ihr
eigenes Leben regeln können, plötzlich mit Wahlstimmen überhäuft.
Da trifft es sich auch gut, dass die Hartz-IV-Sätze an die Rente gekoppelt sind.
Sun, 2 Mar 2008: Die Arithmetik des Diophantus
[Nerd]
So wurden mathematische Kenntnisse vor über 1600 Jahren vermittelt. Übersetzt ins Deutsche und eine zeitgemäße mathematische Darstellung. Diophantus' Schreibweise wird ebenfalls erläutert. Scan: Die Arithmetik des Diophantus von Alexandria (Deutsch)
Sat, 23 Feb 2008: Software vs. Hardware
[Nerd]
During the last weeks I barely had a working computer. My main machine slowly died on me during the last two years by crashing more and more often, until it would produce kernel panics whenever there was some load. Until recently I refused to buy a new computer because of a rule I always adhered to in the past: The new machine has to be at least twice as fast as the old one. But there seemed to be no such machine for four years now.
Yes, the benchmarks say that such devices exist, but only by means of multiple cores. Multiplying the computing power by two just because there are two cores seems like math for marketeers, but nothing that will happen with current software. Clock frequency has only gone up 50% in the last four years. It appears hardware engineers have given up on fighting with quantum mechanics for higher frequencies and instead resorted to copy&pasting cores into their designs. It certainly sounds a lot easier.
Anyhow, now I was forced to buy a new computer, and of course couldn't resist to do a little testing on my own. I went for encoding DVD images as mp4 using mencoder with lavc and the same single pass high quality settings in all tests: (The price for both CPUs was about the same at the time of purchase.)
- Old machine (4 years old) - 50pfs
- New machine, single threaded - 80fps
- New machine, multi threaded - 105pfs
- New machine, single threaded, two videos parallel - 150pfs
A single core is 60% faster, defining the worst case speed up of the new machine. Enabling multi-threading in the codec improved performance over the old system by 110%. On one side this is good news, because I was hoping for a 100% gain when ordering the computer. On the other side its sad when compared to the full CPU potential shown when encoding two videos in parallel in which case it is 200% faster than the old machine. There is quite some room for improvement in the codec. Before testing I was afraid the memory interface would be the bottleneck, but the software is the weak link here.
Its funny how times change: After many years during which clever hardware engineers compensated for all the crappy software by creating better and faster hardware designs, they now need the help of the software people to make their hardware run faster.
While CPU development has slowed down, at least the fan size still doubles every two years. See the pictures on the right.
Tue, 5 Feb 2008: Warum Gott doch würfelt (Marcus Chown)
[Book, German]
Rundumschlag von Quanten- bis Relativitätstheorie.
Mon, 4 Feb 2008: Behavioral Finance (Joachim Goldberg, Rüdiger von Nitzsch)
[Book, German]
Ein wenig langatmig, aber doch ein Augenöffner: Die Grenzen des menschlichen Gehirns im Umgang mit Zahlen, der schlechte Einfluss von Emotionen und Tipps, sich einen Rest Verstand zu bewahren.
Ein Tipp, der mir besonders gut gefiel, weil er mich an ein Aktionärsforum erinnert:
Denken Sie immer daran: An den Finanzmärkten gibt es keine Freunde. Höchstens die kurzlebige Solidargemeinschaft derjenigen, die allesamt einen Verlust nicht wahrhaben wollen.
Tue, 29 Jan 2008: Gedudel 2.0
[Miscellaneous, German]
Seit meinem Umzug nach Saarbrücken habe ich keinen PC im Wohnzimmer stehen. Das ist an sich ganz hübsch, nur auf Dauer durch die fehlende Musik ein wenig still. Also nichts wie los, einkaufen. Es sollte irgendwas werden, das über WLAN entweder vom PC aus als Soundkarte ansteuerbar ist, oder aber auf die Musik auf dem Rechner zugreifen kann.
Ich weiss gar nicht, wie ich den Eindruck beschreiben soll, als ich mich in den "Unterhaltungselektronik"-Läden umsah. Am ehesten entsprach er einem Besuch im Dampfmaschinenmuseum. Riesige Kästen mit ganz wenig Funktion. Seit den 80er Jahren hat sich da nicht viel getan. Nur die Gehäusefarbe scheint im Wechsel der Mode immer mal von Schwarz auf Silber und wieder zurück zu wechseln. Computer- und Internetrevolution sind an diesen Relikten aber spurlos vorbei gegangen. Von Integration ins Heimnetz, Steuerung über PC oder gar Anbindung an Internetdienste ist nichts zu sehen. Und das obwohl inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung Internetzugang hat.
Im Netz gibt es aber zum Glück Anbieter, die zeigen, wie es gehen kann: Meine Wahl fiel auf die Roku SoundBridge M1001. (Nicht verwechseln mit der Home Edition von Pinnacle.) Einen kleinen Zylinder mit großem Display, der fast überall Platz findet, Musik vom Rechner und aus dem Internet über WLAN (auch WPA) abspielen kann und auch vom Browser aus fernsteuerbar ist. Dazu noch ein paar aktive Lautsprecher. Fertig.
Als gutes Internetradio kann ich an dieser Stelle Iceberg Radio empfehlen. Das ist ein kanadischer Sender mit über 100 Kanälen mit verschiedensten Musikrichtungen. Komplett werbefrei und ohne dummquatschende Radiofritzen. Bequemer geht es nicht mehr: Einfach den Stil auswählen und schon spielt den ganzen Tag gute Musik.
Roku Labs - Details zur Soundbridge
Radio Roku - Community mit Anbindung an die SoundBridge
Teufel - Viel Bang für den Buck, wenns um Lautsprecher geht
Thu, 24 Jan 2008: Hurra, wir retten die Welt (Dirk Maxeiner)
[Book, German]
Warnung: Wer meint, Al Gore habe den Friedensnobelpreis zu recht erhalten und darüber hinaus noch zu hohem Blutdruck neigt, sollte dieses Buch auf keinen Fall in die Hand nehmen.
Mal abgesehen von wackeligen Hypothesen um Ursachen und Auswirkungen des Klimwandels und der zweifelhaften Maßnahmen zu seiner Verhinderung, gibt es noch eine ganz andere Frage, die der Westen mal wieder voreilig stellvertretend für den Rest der Welt beantwortet hat: Was ist eigentlich das richtige Klima? In anderen Weltgegenden empfindet man das jetzige Klima nämlich keineswegs als optimal:
Pjotr Chomjakow, Geograf vom Moskauer Institut für Systemanalyse, will darin [Erwärmung] deshalb auch keine Katastrophe sehen: "Der Norden wird aufblühen und vermögend werden." Zusammen mit weiteren russischen Klimaforschern hat er eine Studie veröffentlicht und leitet daraus Forderungen ab. "Wenn wir mithelfen sollen, die globale Erwärmung zu verhindern", sagt Chomjakow, "müssen wir auch entschädigt werden für die wirtschaftlichen Vorteile, die uns dadurch entgehen." Auch Wladimir Putin meint: "Wir hätten nichts dagegen, wenn es etwas wärmer würde."
Da es in der Vergangenheit so gut wieder jedes Klima schon einmal gegeben hat, ja sogar heutige Wüsten mit dichtem Wald überzogen waren, ist noch mit vielen weiteren Temperatur- oder Schadensersatz-Forderungen zu rechnen.
Aber bis dahin ist der Klimawandel vielleicht den Weg des Waldsterbens und des BSE gegangen. Den Weg der unvermeidbaren Katastrophe, an die sich schon ein paar Jahre später keiner mehr erinnert.
Sun, 20 Jan 2008: Poincares Vermutung (Donal O'Shea)
[Book, German]
Hochspannende Unterhaltung für Nerds.
Auch wenn das Buch natürlich mit dem 2003 geglückten Beweis der Vermutung endet, geht es in erster Linie um die Entwicklung von Topologie und Geometrie bis hin zu Poincares Vermutung. Der Beweis selbst wird nur knapp angerissen, weil vermutlich einiges mathematisches Rüstzeug zu seinem Verständnis notwendig wäre.
Von dieser Sorte Buch gibt es viel zu wenig. Mathematik wird plötzlich spannend, wenn man nachvollziehen kann, wie mühsam das Wissen errungen wurde. Was in Mathebüchern gern als offensichtliche Folgerungen banalisiert und damit automatisch langweilig gemacht wird, sind in Wirklichkeit Denkleistungen, die teilweise über Jahrhunderte kein Mensch zu erbringen vermochte, bis es durch Talent oder glückliche Fügung gelang.
(Wem dieses Buch gefällt, der sollte auch "Fermats letzter Satz" lesen. Und umgekehrt.)
Sun, 6 Jan 2008: Die Aura der Wörter (Reiner Kunze)
[Book, German]
Durchaus nachvollziehbare Argumentation gegen die Rechtschreibreform:
Es wäre viel einfacher gewesen, die unvollständige Beherrschung der
komplexen Regeln zu tolerieren, anstatt die Sprache zu reduzieren.
Rechtschreibregeln können zwar unterschiedlich verständlich, nicht aber einfacher
sein, als es die Kompliziertheit der Sprache erlaubt, und da der Entwicklungsstand
der Sprache stets von den höchsten Anforderungen der Sprachgemeinschaft
bestimmt wird, mußte die geschriebene Sprache partiell um hundert Jahre
zurückentwickelt und in zahlreichen Einzelfällen bis zur Peinlichkeit primitiviert
werden, um Regeln einführen zu können, die dem Leistungsvermögen am
unteren Ende der Bildungsskala scheinbar entsprachen.
...
Im Interesse der Menschen wäre es, für die leistungsfähigste Sprache die
leistungsfähigsten Rechtschreibregeln zu fordern, jeden zu fördern, der
sich bemüht, sie sich anzueignen, und niemanden zu benachteiligen, weil
er sie unvollkommener beherrscht als andere...
© 2000-2008 Michael Poppitz
- Last update: August 24th, 2008
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