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Das Treibhaus (Wolfgang Koeppen)
[Nov 27, 2009; Book, German]

Nach kurzer Gewöhnung an die häufigen, übergangslos eingearbeiteten Schlagzeilen ein durchaus gut zu lesendes Buch. Neben der Kritik am politischen System im Nachkriegsdeutschland arbeitet sich der Autor an den vielen ehemaligen Nazis ab, die wieder - natürlich bekehrt und gebessert - ihre Pöstchen einnehmen.

Dieser Aspekt ist durchaus aktuell, da sich das gleiche Spiel mit den alten SED und Stasi-Kadern wiederholt. Gute Mitläufer sind eben immer gefragt.

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Ein Buch namens Zimbo (Max Goldt)
[Nov 15, 2009; Book, German]

Liebevoll wie immer und mit aktuellem Zeitgeist - also nicht lange zögern.

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Die Musik der Primzahlen (Marcus du Sautoy)
[Apr 11, 2009; Book, German]

Hirnschonend und spannend, mit lustigen Anekdoten über schrullige Mathematiker.

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Panter, Tiger & Co. (Kurt Tucholsky)
[Apr 4, 2009; Book, German]

Allen Hoffnungen und allen Befürchtungen zum Trotz treten wir gesellschaftlich und moralisch auf der Stelle. Wäre nicht der technologische Fortschritt, würde garnicht auffallen, dass die Texte 80 Jahre alt sind.

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Der Affe in uns (Frans de Waal)
[Feb 12, 2009; Book, German]

Vielleicht ist die Welt ohne Menschen ja doch kein Paradies:

Zweifellos sind Schimpansen fremdenfeindlich. [...] Die Schimpansen [...] behandelten ihre Feinde, als gehörten sie einer anderen Spezies an. Ein Angreifer hielt beispielsweise das Opfer am Boden [...], während die anderen es bissen, schlugen und traten. Einmal rissen sie eine Gliedmaße ab, dann eine Kehle heraus oder die Fingernägel ab [...]; im allgemeinen ließen sie nicht nach, bis ihr Opfer sich nicht mehr bewegte.

Es ist nicht ungewöhnlich, daß männliche Schimpansen weibliche angreifen und sie nötigen, in ihrer Nähe zu bleiben. [...] Im Kibale-Wald in Uganda sind einige Schimpansenmänner dazu übergegangen, Schimpansinnen mit großen Holzstöcken zu prügeln.

Innerhalb einer Gruppe haben Schimpansen aber durchaus einen Sinn für Nächstenliebe und helfen den Schwachen. Also halten sich umgekehrt auch die moralischen Errungenschaften der Menschen in Grenzen.

Kurzum: Freunde entzaubernder Bücher sollten hier zuschlagen.

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Xavier (Thu, 26 Feb 2009):
Schimpansen haben nunmal keine Moral und solange ihre Verhaltensweisen die eigene Art nicht schädigen, werden sie ihr Verhalten nicht ändern. Bonobo-Schimpansen sind allerdings nicht so brutal.
 

The God Delusion (Richard Dawkins)
[Dec 25, 2008; Book]

I walked by this book a couple of times because - being an atheist - I wasn't really expecting any news. But finally I gave in to the hype, got a copy and did not regret it.

Dawkins put together a really well structured and by all means complete set of arguments against religion, quite a few of which were new to me. Especially his refusal to accept agnosticism as a valid point of view. His writing - while eloquent - is a bit to mild on the subject for my taste. (This was also pointed out by a great Southpark episode.) But he makes up for it by quoting a variety of other authors when its time for a giggle. Here are two examples:

The Devil's Dictionary (Ambrose Bierce):
to pray: to ask that the laws of the universe be annulled in behalf of a single petitioner, confessedly unworthy

The End of Faith (Sam Harris):
We have names for people who have many beliefs for which there is no rational justification. When their beliefs are extremely common we call them 'religious'; otherwise, they are likely to be called 'mad', 'psychotic' or 'delusional' ... Clearly there is sanity in numbers.

One impressive example he mentions on the creation of religions are Cargo Cults. They demonstrate how easily humans make up new religions and are recent enough to prove that there was nothing supernatural involved in their making, only misinterpreted observation. See links below.

In John They Trust (The "John Frum" cargo cult)

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Sebastian (Mon, 5 Jan 2009):
Vielleicht sollten wir maek eine Ausgabe schenken :-)
 

Fup (Jim Dodge)
[Oct 19, 2008; Book]

Feels like a discworld novel, only that its shortness and closedness stop the story from questioning the world at large.

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Tortilla Flat (John Steinbeck)
[Sep 25, 2008; Book, German]

Das Leben versoffener Landstreicher so romantisiert, man könnte glatt selbst einer werden wollen.

Leichtverdauliche Episoden aus einer einfachen Welt. Urlaubslektüre.

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Sebastian (Fri, 26 Sep 2008):
Dann möchte ich dir mal gleich das Buch "FUP" von Jim Dodge ans Herz legen. Danach willst du sicher nicht nur Landstreicher werden, sondern auch noch drogenabhängig :-)
Micha (Sun, 28 Sep 2008):
Danke für den Tipp. Die Beschreibung bei Amazon klingt recht vielversprechend.
 

Zwilling der Unendlichkeit (Charles Seife)
[Jul 29, 2008; Book, German]

Etliche Hundert Jahre hat es gedauert, bis die Null als Zahl akzeptiert wurde. Das wirft unweigerlich die Frage auf, welche grundlegenden Dinge wir in unserem Zeitalter nicht sehen.

Wie es sich für ein Buch dieses Schlages gehört, ist es gespickt mit wenig bekannten Details aus dem Leben bedeutender Persönlichkeiten, wie zB. Blaise Pascal.
Der ist in seiner zweiten Lebenshälfte streng religiös geworden, und hat eine - heute primär bei Comedians beliebte - Argumentation pro Glauben entworfen: Egal, wie gering die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes ist, der unendliche Gewinn durch das ewige Paradies sorgt in jedem Fall dafür, das Religiosität spieltheoretisch die bessere Wahl gegenüber einem endlichen Leben ist.

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Frohe Botschaften (Dirk Maxeiner, Michael Miersch)
[May 23, 2008; Book, German]

Kurzzusammenfassung: Die Welt geht nicht unter.

Hübsche Anekdote zur Bevormundung der dritten Welt:

..., kam rasch die Rede auf die von Ökoaktivisten vielfach gelobten Solarkocher. Wir haben bei unseren Reisen ein solches Gerät noch nie in einem richtigen Dorf gesehen,... Wie kommt das eigentlich? [...] Erstens: In vielen heißen Ländern bereiten die Menschen ihre Mahlzeiten vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang zu...

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Warum Gott doch würfelt (Marcus Chown)
[Feb 5, 2008; Book, German]

Rundumschlag von Quanten- bis Relativitätstheorie.

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Behavioral Finance (Joachim Goldberg, Rüdiger von Nitzsch)
[Feb 4, 2008; Book, German]

Ein wenig langatmig, aber doch ein Augenöffner: Die Grenzen des menschlichen Gehirns im Umgang mit Zahlen, der schlechte Einfluss von Emotionen und Tipps, sich einen Rest Verstand zu bewahren.

Ein Tipp, der mir besonders gut gefiel, weil er mich an ein Aktionärsforum erinnert:

Denken Sie immer daran: An den Finanzmärkten gibt es keine Freunde. Höchstens die kurzlebige Solidargemeinschaft derjenigen, die allesamt einen Verlust nicht wahrhaben wollen.

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Hurra, wir retten die Welt (Dirk Maxeiner)
[Jan 24, 2008; Book, German]

Warnung: Wer meint, Al Gore habe den Friedensnobelpreis zu recht erhalten und darüber hinaus noch zu hohem Blutdruck neigt, sollte dieses Buch auf keinen Fall in die Hand nehmen.

Mal abgesehen von wackeligen Hypothesen um Ursachen und Auswirkungen des Klimwandels und der zweifelhaften Maßnahmen zu seiner Verhinderung, gibt es noch eine ganz andere Frage, die der Westen mal wieder voreilig stellvertretend für den Rest der Welt beantwortet hat: Was ist eigentlich das richtige Klima? In anderen Weltgegenden empfindet man das jetzige Klima nämlich keineswegs als optimal:

Pjotr Chomjakow, Geograf vom Moskauer Institut für Systemanalyse, will darin [Erwärmung] deshalb auch keine Katastrophe sehen: "Der Norden wird aufblühen und vermögend werden." Zusammen mit weiteren russischen Klimaforschern hat er eine Studie veröffentlicht und leitet daraus Forderungen ab. "Wenn wir mithelfen sollen, die globale Erwärmung zu verhindern", sagt Chomjakow, "müssen wir auch entschädigt werden für die wirtschaftlichen Vorteile, die uns dadurch entgehen." Auch Wladimir Putin meint: "Wir hätten nichts dagegen, wenn es etwas wärmer würde."

Da es in der Vergangenheit so gut wieder jedes Klima schon einmal gegeben hat, ja sogar heutige Wüsten mit dichtem Wald überzogen waren, ist noch mit vielen weiteren Temperatur- oder Schadensersatz-Forderungen zu rechnen.

Aber bis dahin ist der Klimawandel vielleicht den Weg des Waldsterbens und des BSE gegangen. Den Weg der unvermeidbaren Katastrophe, an die sich schon ein paar Jahre später keiner mehr erinnert.

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Poincares Vermutung (Donal O'Shea)
[Jan 20, 2008; Book, German]

Hochspannende Unterhaltung für Nerds.

Auch wenn das Buch natürlich mit dem 2003 geglückten Beweis der Vermutung endet, geht es in erster Linie um die Entwicklung von Topologie und Geometrie bis hin zu Poincares Vermutung. Der Beweis selbst wird nur knapp angerissen, weil vermutlich einiges mathematisches Rüstzeug zu seinem Verständnis notwendig wäre.

Von dieser Sorte Buch gibt es viel zu wenig. Mathematik wird plötzlich spannend, wenn man nachvollziehen kann, wie mühsam das Wissen errungen wurde. Was in Mathebüchern gern als offensichtliche Folgerungen banalisiert und damit automatisch langweilig gemacht wird, sind in Wirklichkeit Denkleistungen, die teilweise über Jahrhunderte kein Mensch zu erbringen vermochte, bis es durch Talent oder glückliche Fügung gelang.

(Wem dieses Buch gefällt, der sollte auch "Fermats letzter Satz" lesen. Und umgekehrt.)

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Die Aura der Wörter (Reiner Kunze)
[Jan 6, 2008; Book, German]

Durchaus nachvollziehbare Argumentation gegen die Rechtschreibreform: Es wäre viel einfacher gewesen, die unvollständige Beherrschung der komplexen Regeln zu tolerieren, anstatt die Sprache zu reduzieren.

Rechtschreibregeln können zwar unterschiedlich verständlich, nicht aber einfacher sein, als es die Kompliziertheit der Sprache erlaubt, und da der Entwicklungsstand der Sprache stets von den höchsten Anforderungen der Sprachgemeinschaft bestimmt wird, mußte die geschriebene Sprache partiell um hundert Jahre zurückentwickelt und in zahlreichen Einzelfällen bis zur Peinlichkeit primitiviert werden, um Regeln einführen zu können, die dem Leistungsvermögen am unteren Ende der Bildungsskala scheinbar entsprachen.

...

Im Interesse der Menschen wäre es, für die leistungsfähigste Sprache die leistungsfähigsten Rechtschreibregeln zu fordern, jeden zu fördern, der sich bemüht, sie sich anzueignen, und niemanden zu benachteiligen, weil er sie unvollkommener beherrscht als andere...

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Big Bang (Simon Singh)
[Dec 28, 2007; Book, German]

"Will man einen Apfelkuchen von Grund auf selber machen, muß man zuerst das Universum erschaffen." - Carl Sagan

Simon Singh ist erstaunlich verlässlich, wenn es darum geht, Wissenschaft in spannende und unterhaltsame Lektüre zu verwandeln. Das Buch beinhaltet nicht weniger als die Geschichte der Erkenntnisse über unsere Welt.

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Der dritte Mann (Graham Greene)
[Dec 11, 2007; Book, German]

Dem Autor kann ich keinen Vorwurf machen: Er hat das Buch nur als Drehbuchvorlage geschrieben. Wieso aber einige Leute darin Weltliteratur sehen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

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Ökonomie 2.0 (Norbert Häring, Olaf Storbeck)
[Nov 1, 2007; Book, German]

Keine Angst vor der 2.0. Die ist bei diesem Buch kein Bullshit-Indikator, sondern soll nur darauf hinweisen, dass Erkenntnisse neueren Datums enthalten sind. Diese zeichnen sich durch die Einbeziehung von sozio- und psychologischen Faktoren in ökonomische Betrachtungen aus.

Man könnte jetzt annörgeln, dass die Idee ja so neu auch nicht mehr ist, sondern schon seit Jahren (zum Beispiel als Behavioral Finance) in der Welt herumgeistert. Diese Buch ist aber aus zwei Gründen dennoch lesenswert: Zum einen wollen die Autoren keine Börsenkniffe vermitteln, sondern die Auswirkungen der Irrationalität auf die gesamte Ökonomie darstellen. Zum anderen werden die Einblicke in Form von 99 kleinen Leckerlies dargeboten, die man prima zwischendurch konsumieren kann.

Wer sich das folgende Beispiel nicht erklären kann, sollte auf jeden Fall zugreifen: Wenn ein Kindergarten Strafgebühren für verspätetes Abholen einführt, nehmen die Verspätungen zu.

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Was für ein schöner Sonntag (Jorge Semprún)
[Sep 30, 2007; Book, German]

Alle sind gleich, aber einige sind gleicher. Dieser Grundsatz des gelebten Kommunismus galt schon im KZ. In Buchenwald hatten die Kommunisten systematisch alle Stellen in der Selbstverwaltung der Häftlinge besetzt. Wer Kommunist war, konnte sich auf eine erträgliche Arbeit freuen. Die anderen gingen durch den Schornstein.

Der Erzähler erfährt auch von Juden aus einem KZ in Polen, die freiwillig zusammen mit den deutschen Truppen vor den Russen geflohen sind:

Und dann seien eines Morgens, bei Tagesanbruch, die Deutschen abgezogen. Sie seien allein geblieben ohne deutsche Aufseher. ..., sie hätten das Lager verlassen, sie seien in Reih und Glied zur nächsten Stadt marschiert, keiner habe die Kolonne verlassen. ... Sie hätten sich bei den Deutschen gemeldet, sie hätten gesagt: da wären wir, man hat uns vergessen. ...schließlich hätten die Deutschen sie in einen Zug einsteigen lassen ... "Aber warum denn?", frage ich verblüfft. ... "Sie wissen also nicht", schreit er mir zu, "daß die Russen die Juden hassen?"

Der Autor war selbst in Buchenwald inhaftierter Kommunist und Teil des Systems.

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Der Schein der Weisen (H.-P. Beck-Bornholdt, H.-H. Dubben)
[Aug 19, 2007; Book, German]

Sehr ausführlich und repetativ wird das immer gleiche Phänomen an vielen Beispielen durchexerziert: Jedes Indiz verschiebt nur die Wahrscheinlichkeiten. D.h. was sehr unwahrscheinlich ist, kann auch trotz mehrerer dafürsprechender Indizien immer noch unwahrscheinlich sein. Und umgekehrt.

Für ein ganzes Buch ist der Inhalt ziemlich dünn, aber vielleicht wollten die Autoren erreichen, dass es auch von Medizinern verstanden wird.

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