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Deko-War
[Oct 26, 2008; Miscellaneous, German]
Saarbrücker Apotheken liefern sich schon lange einen Wettstreit um die sonderbarste Dekoration.
Jetzt bekommen sie Konkurrenz durch eine Buchhandlung.
Für ein Erstlingswerk bereits sehr sonderbar, aber durch ungeschickte Tierwahl läuft es Gefahr,
als politische Botschaft interpretiert zu werden.
(Vorwurf des systematischen Dopings bei den Olympischen Spielen in Peking.)
Der Zeuge auf dem Trittbrett
[Oct 24, 2008; Miscellaneous, German]
Ein 12jähriges, fahrkartenloses Mädchen wird nachts aus dem Zug geworfen - und das obwohl sie
doch ein Instrument spielt. Empörend. Aber nicht für herzlose Menschen wie mich. Ich amüsiere mich
lieber über die Wortwahl des Spiegels:
Ein vermeintlicher Zeuge des Skandals hat sich derweil als Trittbrettfahrer herausgestellt.
Das Mädchen, deren Mutter sowie die Schaffnerin hatten erklärt,
der Mann habe sich gar nicht im Zug befunden.
Da nur denkstarke Menschen mein Blog lesen, brauche ich hier nicht erklären,
warum der komplette Absatz die Zweifel am Zeugen nicht begründet.
Staat rettet Staat
[Oct 19, 2008; Miscellaneous, German]
Gestern Abend noch darüber gewitzelt, heute schon Wirklichkeit...
Nach wochenlanger Managerschelte aus den Reihen der Politik
an die Adresse der privaten Finanzwirtschaft ist jetzt dummerweise eine Landesbank die erste,
die das staatliche Rettungsprogramm in Anspruch nimmt.
Die betroffene BayernLB gehört zur Hälfte dem Land Bayern und
zur Hälfte der Sparkasse. Natürlich sitzen auch unzählige Politiker
im Verwaltungsrat; die Aufsicht erfolgt durch Kabinettsmitglieder
Jetzt kann sich die Politik ihre eigenen Gier-Brandreden nochmal selbst halten.
Zyklen
[Oct 16, 2008; Miscellaneous, German]
Erst Finanzkrise, dann Rezession. Wehe dem, der jetzt nicht dem Rat der Politiker und
Experten folgt und seine Aktien billig verkauft. Festgeldkonto und Staatsanleihen sind
der einzig sichere Ort für das Geld, das man in ein paar Jahren dann brauchen wird, um
wenigstens einen Teil der Aktien teuer wieder zurückzukaufen.
Denn eins ist sicher: Sobald die Kurse wieder ungeahnte Höhen erreichen, werden
sich alle Experten einig sein, dass nur Aktien Zukunft haben und die Deutschen nicht so
ängstlich sein und die Kurse zum Einstieg nutzen sollen.
GOTO 10
Faszinierend: Egal wie viele Bücher über Börsenzyklen geschrieben werden, das
gleiche Muster wiederholt sich einfach immer wieder.
Achja, richtig, diesmal ist natürlich alles völlig anders...
In Ruhe kreischen
[Sep 7, 2008; Miscellaneous, German]
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.
Wenn er mit der Bahn reist, dann meist Horrorgeschichten.
Seit einiger Zeit gibt es in ICEs Ruhewagen, für die man auch gezielt Platzkarten buchen kann.
Zu erkennen sind diese Wagen an den Logos auf denen ein Finger vor einen Mund gehalten wird: Psst.
Da ich während der Fahrt gern lese, buche ich immer Ruhewagen. Ruhig war es da bisher allerdings noch nie.
So auch dieses Wochenende, an dem ich mir den Ruhewagen mit einer Schulklasse teilen sollte.
Der herbeizitierte Zugbegleiter erklärte meine schlechten Erfahrungen:
Die Ruhezone ist in dem gleichen Wagen, der traditionell bevorzugt an Reisegruppen vergeben wird.
D.h. jeder lärmende Kindergarten wird genau zwischen die ruhebedürftige Kundschaft gesetzt.
Wie man diesen Konflikt bei der Einführung der Ruhezonen übersehen konnte, wusste er auch nicht.
Sicher einer der Gründe, warum Mehdorn lieber den Flieger nimmt.
Die Zukunft gehört Europa
[Jun 16, 2008; Miscellaneous, German]
Europa. Früher war das einfach nur der Name unseres Kontinents. Inzwischen ist damit aber immer öfter ein
ferner Ort gemeint, der fortlaufend Richtlinien produziert, von denen deutsche Politiker gern
behaupten, sie wären dafür nicht verantwortlich, müssten sie aber trotzdem umsetzen.
Ja, man könnte sogar unterstellen, Europa ist eine Erfindung der Politik, um die Verantwortung für
unpopuläre Gesetze abschieben und demokratische Abstimmungsprozesse aushebeln zu können.
Da verwundern auch die Entsetzenschreie nicht, nachdem es ein kleines Land gewagt hat, die Bevölkerung
über die umbenannte europäische Verfassung abstimmen zu lassen. Dabei musste man doch aus der ersten Runde
der Verfassungsabstimmung wissen, dass den Bürgern solch wichtige Entscheidungen
nicht zuzutrauen sind - besonders dann nicht, wenn sowieso nur ein Ergebnis erlaubt ist.
Europa und Basisdemokratie, das verträgt sich eben nicht.
Aber es gab nicht nur Entsetzen: Der ein oder andere Funktionär äußerte sich in der Presse
durchaus zuversichtlich, die irischen Gesetze, die die Volksabstimmung notwendig machten,
beim nächsten Anlauf irgendwie umgehen zu können.
Demokratie war gestern. Die Zukunft gehört Europa.
Armut nicht mit Armut verwechseln
[May 18, 2008; Miscellaneous, German]
Ein Lottogewinn von 5 Millionen Euro lässt 2 Haushalte in Deutschland verarmen.
Wie geht das? Eigentlich ganz einfach: Alles was man dazu braucht, ist eine schlechte Armutsdefinition,
wie sie auch im Armutsbericht der Bundesregierung verwendet wird. Nach dieser
Definition ist jeder arm, der weniger als 60% des Durchschnittseinkommens erhält.
Steigt das Durchschnittseinkommen, werden plötzlich Menschen als "arm" eingestuft,
deren reale Lebenssituation sich überhaupt nicht verschlechtert hat.
Die folgende Überlegung ist stark vereinfacht, der Effekt tritt aber auch bei genauer Rechnung auf:
Die Armutsgrenze liegt zur Zeit bei 781 Euro im Monat. Es gibt in Deutschland 4,5 Millionen Haushalte mit
einem Durchschnittseinkommen zwischen 500 und 900 Euro.
Verschiebt sich die Armutsgrenze um einen Euro, verarmen in diesem Einkommensbereich
im Schnitt 12000 Haushalte - zumindest auf dem Papier.
Ein Lottogewinn von 5 Millionen Euro bringt bei 5% Zinsen und 50% Besteuerung derselben immerhin
ein Zusatzeinkommen von 10000 Euro monatlich. Dadurch steigt das Durchschnittseinkommen
aller deutschen Haushalte zwar nur um 0,03ct (und die Armutsgrenze um 0,02ct), aber das genügt bereits,
um im Mittel 2 Haushalte unter die Armutsgrenze zu drücken.
(Oder genau genommen die Armutsgrenze über 2 Haushalte zu heben.)
Laufband
[May 4, 2008; Miscellaneous, German]
Nach einer längeren Laufpause und ein paar Wochen im Studio, um mich wieder einzugewöhnen, ging es dieses Wochenende bei perfektem Wetter vor die Tür. Die Freiheit und Ruhe genießend, dachte ich noch etwas über die
Banderfahrungen nach. Neben den ganzen "normalen" Läufern, die man gleich wieder vergisst, gab es auch
ein paar auffällige Typen:
Der Hamsterrad-Champion
Läßt die Motoren auf höchster Stufe fauchen, damit jeder merkt: hier ist ein Spitzensportler am Gerät.
Davon, mal 1-2 Grad Steigung einzustellen, um wenigstens den fehlenden Luftwiderstand auszugleichen,
hält der Champion nichts. Schließlich geht es nicht um Fitness, sondern um Höchstgeschwindigkeit.
Keiner kann so schnell auf der Stelle treten wie er.
Insgeheim hofft er darauf, dass man bei der nächsten Laufbandgeneration ein Gefälle einstellen kann,
denn nur so wird er sein sportliches Potential voll entfalten können.
Der Mehlsack
Läuft nicht, sondern fällt vornüber, weil sich das Band unter ihm wegbewegt. Glücklicherweise schafft
er es immer im letzten Moment, den Fall durch beherztes, alles erschütterndes Aufstampfen abzubremsen. Da unerbittlich ein Fall auf den anderen folgt, steht ihm während des ganzen Trainings Leiden und Panik ins Gesicht geschrieben.
Der Skifahrer
Verwechselt das Laufband mit einem Schlepplift und läßt sich mit eisernem Griff am Gerät übers Band ziehen.
Weil auf dem Band noch nicht mal Kunstschnee liegt, bleibt ihm nichts weiter übrig, als Schritte zu machen,
um nicht der Länge nach am Griff hängend zu enden.
Hätte er Rollschuhe an, sähe es sicher nur halb so albern aus.
Der Ängstliche
Sicherheit geht vor, und so hält er alle 5 Minuten das Band an, um abwechselnd seinen Puls zu kontrollieren
oder die hochdelikate Balance seines Flüssigkeitshaushaltes durch geeignete Getränke zu korrigieren.
Dergleichen im Lauf zu erledigen ist für ihn so tabu wie Handynutzung auf der Autobahn. Laufen ist kein Spaß, sondern gefährliches Unterfangen. Überhaupt läuft er nur deshalb, weil es gesund sein soll - wenn man vorsichtig ist.
Stellvertreterwahlrecht
[Apr 12, 2008; Miscellaneous, German]
Nachdem Herzog richtig bemerkt hat, dass die Politik Gefahr läuft, die Rentner auf Kosten der Jungen
mit Wahlgeschenken zu überhäufen, liest man plötzlich überall vom Stellvertreterwahlrecht.
Kinder sollen Wahlstimmen bekommen, um den steigenden Einfluss der Rentner im Wahlsystem zu bremsen.
Damit die kleinen Racker aber nicht für einen Lolli das Kreuz bei der NPD machen, werden die Stimmen fürsorglichen Eltern übertragen.
Gute Idee? Nein, weil Herzogs Bemerkung - und damit auch alle daraus gezogenen Schlüsse - viel zu kurz greift.
Der Konflikt ist nicht zwischen jung und alt, sondern zwischen Steuerzahler und
Transferleistungsempfänger. Zu letzteren gehören eben nicht nur Rentner, sondern
auch die berühmten bildungsfernen Schichten. Und was machen die anstatt sich zu
bilden oder zu arbeiten? Richtig: Kinder.
Käme es also zum Stellvertreterwahlrecht, dann würden Menschen, die kaum ihr
eigenes Leben regeln können, plötzlich mit Wahlstimmen überhäuft.
Da trifft es sich auch gut, dass die Hartz-IV-Sätze an die Rente gekoppelt sind.
Gedudel 2.0
[Jan 29, 2008; Miscellaneous, German]
Seit meinem Umzug nach Saarbrücken habe ich keinen PC im Wohnzimmer stehen. Das ist an sich ganz hübsch, nur auf Dauer durch die fehlende Musik ein wenig still. Also nichts wie los, einkaufen. Es sollte irgendwas werden, das über WLAN entweder vom PC aus als Soundkarte ansteuerbar ist, oder aber auf die Musik auf dem Rechner zugreifen kann.
Ich weiss gar nicht, wie ich den Eindruck beschreiben soll, als ich mich in den "Unterhaltungselektronik"-Läden umsah. Am ehesten entsprach er einem Besuch im Dampfmaschinenmuseum. Riesige Kästen mit ganz wenig Funktion. Seit den 80er Jahren hat sich da nicht viel getan. Nur die Gehäusefarbe scheint im Wechsel der Mode immer mal von Schwarz auf Silber und wieder zurück zu wechseln. Computer- und Internetrevolution sind an diesen Relikten aber spurlos vorbei gegangen. Von Integration ins Heimnetz, Steuerung über PC oder gar Anbindung an Internetdienste ist nichts zu sehen. Und das obwohl inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung Internetzugang hat.
Im Netz gibt es aber zum Glück Anbieter, die zeigen, wie es gehen kann: Meine Wahl fiel auf die Roku SoundBridge M1001. (Nicht verwechseln mit der Home Edition von Pinnacle.) Einen kleinen Zylinder mit großem Display, der fast überall Platz findet, Musik vom Rechner und aus dem Internet über WLAN (auch WPA) abspielen kann und auch vom Browser aus fernsteuerbar ist. Dazu noch ein paar aktive Lautsprecher. Fertig.
Als gutes Internetradio kann ich an dieser Stelle Iceberg Radio empfehlen. Das ist ein kanadischer Sender mit über 100 Kanälen mit verschiedensten Musikrichtungen. Komplett werbefrei und ohne dummquatschende Radiofritzen. Bequemer geht es nicht mehr: Einfach den Stil auswählen und schon spielt den ganzen Tag gute Musik.
Roku Labs - Details zur Soundbridge
Radio Roku - Community mit Anbindung an die SoundBridge
Teufel - Viel Bang für den Buck, wenns um Lautsprecher geht
K850i
[Nov 18, 2007; Miscellaneous]
Quite a few blogs are praising the new Sony-Ericsson K850i and its camera.
So let me just add a few points to the contrary side:
As you can see on the picture to the right, the camera is no good at all.
It appears the phone is trying to compensate bad optics with an image sharpening algorithm.
The algorithm is pretty stupid and tries to produce contrast by brightening pixels next
to dark objects. This adds a sort of aura around those. Everywhere else in the picture it
just enhances noise. And once again there is no way to turn this off. I did not expect
high quality images without proper lenses, but I did expect to get access to the little
data that was captured before some brain dead algorithm ruins it all.
The phone presents itself as a camera, but lacks some important features like the
ability to force the flash on. So no pictures against sun light or windows, unless you prefer
your friends to be portrayed as unrecognizable black blobs.
Hooking the phone up to your computer is inconvenient. To use it as mass storage device that can be used under Linux, you have to press two buttons after hooking it up to the usb port. This will actually reboot
the phone into a mass storage mode. In this mode its phone capabilities are fully turned off.
Yes, no one can call you while it is hooked up like this. Afterwards it reboots again to become a phone once more.
Thats actually pretty daring for a product sold in stores. I'd be willing to accept a hack like this in a
hobbyists project.
If you are a noise sensitive person, the alarm is guaranteed to drive you crazy.
You cannot just stretch your arm out in the morning to hit snooze, because the alarm
is controlled with the touch-less sensors. The one for snooze is the middle one. The
one for turning the alarm off completely is at the left. So if the phone is right of you, you have
a good chance of turning the alarm off by accident, while believing you hit snooze.
So you have to really wake up, take the phone in your hand, look at it and hit snooze.
At the same time the phone is applying pressure on you as the alarm gets louder and
louder very quickly. There is no way to control the volume.
On a side note: Click on the image to see what is likely the most bizarre cloud
model ever built by mankind. The cell structure makes it look like some alien breeding hive.
Feuerfest und 2000 Tonnen schwer
[Sep 16, 2007; Miscellaneous, German]
Das Bild rechts zeigt ein Exemplar der Gattung der größten Lebewesen des Planeten - der Mammutbäume.
Sie werden bis 100m hoch, 10m dick und 2000t schwer. Dagegen ist ein Blauwal lächerlich klein.
Feuer kann den Bäumen durch ihre extrem dicke, unbrennbare Borke nichts anhaben. Die Bäume können sich
in freier Natur überhaupt nur durch Waldbrände verbreiten. Die lichtkeimenden Samen benötigen kahlen Boden,
um aufgehen zu können. Deswegen geben die Zapfen die Samen erst nach dem Auftreten großer Hitze frei. Eintrag bei Wikipedia
BKA kills BND
[Sep 9, 2007; Miscellaneous, German]
Nach dem Medienfeldzug pro Online-Durchsuchung, der der Verhaftung dreier Bombenbastler folgte,
ist - wenn man den Umfragen glaubt - die Unterstützung für diese Maßnahme in der Bevölkerung
weiter gestiegen. Das ist aber nur durch Unwissen oder Irrationalität, also schlichte Angst, zu erklären.
Denn nun weiß jeder explosionswillige Idiot, dass er in Zukunft besser Acht geben muss.
Das Problem, Zugriff auf den Rechner eines Verdächtigen zu bekommen, ist nämlich nur für stationäre PCs
durch heimliche Besuche (siehe meinen letzten Eintrag zum Thema) zufriedenstellend zu lösen. Die Datenmenge,
die zur Planung einer Tat gebraucht wird, passt jedoch bequem auf einen PDA. Einen PDA kann man immer
am Körper tragen, sogar unter der Kleidung. Passende Befestigungsmöglichkeiten bieten Reiseausstatter für
Länder mit hoher Kriminalität an. Nutzt man nun noch Verschlüsselung und transportiert Mails nur via Speicherkarte
zwischen PDA und PC, hat man den Staat erfolgreich ausgesperrt. Ob der PC den Trojaner installiert hat oder
der PDA beschlagnahmt wird, spielt bei richtiger Verwendung der Verschlüsselungstechnologie keine Rolle.
Nur die heimliche Entwendung und Modifikation des PDA ohne Wissen des Verdächtigen sollte derselbe vermeiden.
Zummengefasst: Das BKA hat alle alarmiert, sich zu schützen und Schutz ist problemlos möglich.
Die Online-Durchsuchung taugt seit letzter Woche nur noch für ahnungslose Kleinkriminelle und unbescholtene Bürger.
Da man beide Gruppen aber ausdrücklich nicht damit überwachen will, kann man das Programm gleich ganz stoppen.
Aber es könnte noch einen Leidtragenden geben: Den BND. Das Computerzeitalter war sicher bisher
eher frustrierend für die Schlapphüte. Denn während man vor ein paar Jahrzehnten technologisch weit über dem Normalbürger stand, hat heute jeder einen PC daheim, dessen akkumulierte Entwicklungskosten den BND-Etat
deutlich übersteigen. Oder anders gesagt: Der Geheimdienst kocht auch nur noch mit Wasser und muss die selben
Mittel nutzen wie jeder andere. Man kann davon ausgehen, dass in Pullach nur mit den Schultern gezuckt wird,
wenn eine verschlüsselte Nachricht über den Bildschirm huscht.
Da den Spionen die digitale Brechstange fehlt, muss Cleverness her. Und dazu gehört traditionell, sich in Schweigen
zu hüllen, wie genau man bestimmte Informationen beschafft hat oder gar nicht erst zu erwähnen,
dass man sie überhaupt besitzt. So kann man einmal entdeckte Spionagemöglichkeiten lange nutzen und die
andere Seite zur Fahrlässigkeit reizen.
Das BKA hat dieses subtile Prinzip seiner Politik geopfert. Für den BND dürfte es in Zukunft sehr viel schwerer werden, Daten Verdächtiger auszuspionieren. Deswegen könnte die eine odere andere geballte Faust zur Zeit drohend Richtung BKA und Politik erhoben werden. Natürlich im Geheimen.
Offline Durchsuchungen
[Aug 4, 2007; Miscellaneous, German]
Nachdem Hollywood-Action-Filme lange Referenz waren, wenn es in Deutschland um Online-Durchsuchungen ging,
scheint die Polizei nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein: Sie hat es noch schwerer als Spammer,
Virenzüchter und Script-Kiddies. Während diese Gruppen sich schon damit zufrieden geben, überhaupt
Rechner zu finden, in die sie eindringen können, müssten die Ordnungshüter in der Lage sein, jeden Rechner zu öffnen.
Aber die Wild-West-Zeiten sind längst vorbei. Heute kann jeder billige DSL-NAT-Router aus dem Supermarkt eine unüberwindbare
Barriere sein. Dank viel Überzeugungsarbeit diverser Gruppierungen wissen die Herren in Grün nun: So wird das nichts.
Aber Aufgeben gilt nicht. Jetzt sollen erprobte handwerkliche Fertigkeiten die Lücke schließen:
Ein Mann, eine Tür, ein Dietrich. Polizeiromantik pur.
In zwei heimlichen Besuchen wird erst der Inhalt der Festplatte kopiert und dann das passende Tool installiert, das die gewünschten
Informationen ins Netz hinausfunkt. Das ist garnicht so dumm, da der physische Zugriff immer noch die größte Schwachstelle
handelsüblicher PCs ist. Selbst bei Festplattenverschlüsselung, wie sie von modernen OS angeboten wird, muss es mindestens
noch eine Laderoutine geben, die unverschlüsselt und damit manipulierbar ist. Und mehr als einen einfachen Keylogger muss man
auch garnicht unterbringen, damit das ganze Sicherheitskonzept beim nächsten Rechnerstart in sich zusammenfällt. Das eingetippte
Passwort ist alles, was die Ordnungsmacht braucht, um die 50GB Datenmüll vom Erstbesuch in persönliche Daten zu verwandeln.
Dieser neue Ansatz ist sehr beunruhigend, aber zum Glück auch sehr viel aufwendiger. So kann man wenigstens davon ausgehen,
dass sich gelangweilte Beamte nicht die Zeit damit vertreiben, - entgegen den Vorschriften - mal zu schauen, was der
Nachbar so auf seinem Computer hat.
"Bundestrojaner" heißt jetzt angeblich "Remote Forensic Software" (heise.de)
Fatales Baden
[Jun 23, 2007; Miscellaneous, German]
Überall hört man von übel gelaunten Terroristen, vor denen es sich zu schützen gilt.
Worüber keiner redet, ist die wirkliche Gefahr: Der Tod in der Nasszelle.
Durch Anschläge ist bei uns - außer Schäuble - schon lange keiner mehr zu Schaden gekommen.
Aber jedes Jahr finden über 100 Menschen einen grausamen Tod in ihrer Badewanne.
Deshalb sollte der Innenminister seine Arbeitskraft lieber darauf verwenden, unsere Badewannen sicher zu machen,
als seinen persönlichen Psychosen nachzugehen.
Zugegeben: Mautbrücken und Online-Durchsuchungen helfen nicht gegen Ertrinken im
Sanitärbereich. Aber das haben echte Probleme so an sich: Sie sind unbequem und schwer zu lösen.
Schäubles Symptome (Telepolis)
Insulting in the Name of Supernatural Beings
[Aug 13, 2003; Blathering]
This morning when I was ready to go to work the bell rang. Expecting the
postman I activated the intercom. But I got to hear the voice of an
old lady, speaking slowly and carefully. Actually it was so slow I already
had forgotten as whom she introduced herself when she finally got down to
business: She claimed our lifes were full of problems and some god would
be the only hope left.
Why would I want to join such a whiny loser cult? It was a perfect summer
day and she got nothing better to do then talk about problems. Who is the
one in need of help here?
I politely told her to go away. But did she deserve this kindness?
I don't think so. I mean after all her speech implied my life is full of
misery and that I can't handle it myself. She has been insulting me.
Obviously I would have to be prepared next time and pay back those
bastards. Searching on the internet revealed the following possibilities to
give them hell:
How to Get Rid of Jehovah's Witnesses I
How to Get Rid of Jehovah's Witnesses II
Some Ideas from a Discussion Board
Lucid Dreaming
[Jul 28, 2003; Interesting]
Doing my daily newsgroup readings I stumbled across a technique called lucid
dreaming. It allows you to act consciously in your dreams instead of
experiencing them passively. All you need to do is some exercise to learn to
wake up inside your dreams.
This doesn't seem to be the usual new wave crap, but something that has bee
confirmed by psychologists. So I am definitely giving it a whirl, even
though it is said to take a couple of weeks of exercising before you have
your first lucid dream.
Vision : A Guide to Lucid Dreaming
© 2000-2008 Michael Poppitz
- Last update: October 26th, 2008
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